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Literaturclub am Montag – Gottfried Benn
Gottfried Benn (1886 – 1956) ist eine der prägnantesten Figuren der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts. Geboren im späten Deutschen Kaiserreich, ist sein Werk wie das seiner Zeitgenossen stark von den epochalen Umbrüchen seiner Zeit beeinflusst.
Benn bewegte sich in einem intellektuellen Umfeld, das von einer Vielzahl bedeutender Zeitgenossen bestimmt war. Neben Persönlichkeiten wie dem späteren ersten Bundespräsidenten der neu gegründeten Bundesrepublik Deutschland, Theodor Heuss (1884 -1963) und dem expressionistischen Maler August Macke (1887 – 1914) prägten Autoren wie Thomas Mann (1875 – 1955), Hermann Hesse (1877 – 1962) und der volkstümliche Erzähler Karl May (1842 – 1912) das literarische Klima.
Benns Werk reflektiert die Ambivalenz und Dekadenz der Zwischenkriegszeit, mit existenzialistischen Themen und einer unverkennbaren künstlerischen Radikalität. Seine Texte sind durchdrungen von einer hermetischen Dichte und zeichnen sich durch eine außerordentliche sprachliche Virtuosität aus. Zugleich spiegeln sie die Fragilität der Moderne wider – eine Epoche, die sich durch rapide gesellschaftliche, politische und kulturelle Veränderungen auszeichnete.
Die Lebenszeit Benns umfasst die Epoche vom imperialen kaiserlichen Deutschland bis zum geteilten Nachkriegsdeutschland.
Seine Biografie und sein literarisches Schaffen sind somit nicht nur Spiegel einer ganzen Generation, sondern auch ein Schlüssel zum Verständnis der kulturellen Konflikte und Veränderungs-prozesse zwischen Kaiserreich, Weimarer Republik, Nationalsozialismus und Nachkriegszeit.
Die Veranstaltung lädt Literatur-interessierte ein, sich anlässlich des 140. Geburtstages des Autors vertieft mit Benn und einer kulturhistorisch interessanten Lebensspanne auseinanderzusetzen.
Durch die Verknüpfung von historischen Kontexten und literarischen Analysen soll ein umfassendes Bild dieser faszinierenden Epoche vermittelt werden.